cushion vinyl asbest flex floor

Asbest im Innenausbau

Asbest im Innenausbau

Asbest in Gebäuden wird überwiegend mit älteren Fassaden- oder Dachwellplatten und Elektrospeicheröfen in Zusammenhang gebracht. Dass sich der Schadstoff auch unter Fußböden verbirgt, ist selbst Fachleuten nicht immer bekannt. Dort wurde das brandhemmende Material in Spachtelmassen, Klebern und Fußbodenbelägen verwendet. Betroffen sind unter anderem:

  • Vinyl-Asbest-Fliesen oder Flex-Platten (graue oder braunmelierte, quadratische, glatte Einzelplatten ohne Trägerschicht) mit ca. 15-20 % Asbest in festgebundener Form. Häifig wurde auch ein schwarzer asbesthaltiger Kleber verwendet.
  • Asbest-Tiles oder Asbesthartfliesen sind harte Platten mit Asbestgehalt bis 35%. Es handelt sich um einen Vorläufer der Flex-Platten. Sie sind härter, etwas dicker und zerbrechen sehr leicht. Die Bruchkanten sind deshalb auch grobkörniger.
  • Cushion-Vinyl-Beläge (geschäumte PVC-Bahnenware). Die Unterseite besteht aus einer dünnen, weißen oder hellgrauen Trägerschicht mit ca. 90 % schwach gebundenem Weißasbest (Chrysotil).
  • Linoleumbeläge mit Asbestgehalt bis 30 % in der Belagsschicht und im Filzgewebe.
  • Stragula mit meist asbesthaltiger Bitumenpappe.
  • Bitumenkleber für oben aufgeführte Bodenbeläge.
  • Filzpappen als Unterlage bei Bahnwaren (z.B. Linoleum).
  • Estriche auf Magnesia-und Steinholzbasis sowie aus Faserbetonplatten.

Namen und Hersteller:

  • Accoflex, Armstrong-exelon, Dasaflex-Matico, Deliflex, Dunlo-plan-Vinyl oder Polyflex, Floorflex, Gerflex, Marleyflex, Pegulan-Flex
  • Armstrong Cork GmbH, J.H. Benecke, Dynamit-Nobel, DLW GmbH, Forbo GmbH, GAF GmbH, Nairn Floors GmbH, Pegulanwerke AG, Tarkett GmbH
  • Armstrong-Accotile, Dasafloor-Matico, Dunloplan, Floorbest, Marley

Weiterhin wurde Asbest auch beim Innenausbau von Wänden in Spachtelmassen, Fugenfüllern und Fliesenklebern eingesetzt.

Bei unsachgemäßem Aufbrechen gelangen Asbestfasern in die Räume und führen zu erheblichen Kontaminierungen. Dies geschieht durch Unkenntnis oder durch Fahrlässigkeit. Fehlt zudem eine persönliche Schutzausrüstung, werden die Fasern eingeatmet und führen dadurch zu einem Gesundheitsrisiko. Asbest gilt als anerkannter Verursacher von Asbestose, Lungen- und Kehlkopfkrebs sowie Mesotheliom (Rippen- oder Bauchfellkrebs). Je feiner und länger die Fasern sind, desto länger schweben sie in der Luft. Die langen und dünnen Fasern des Chrysotilasbest schweben mehrere Tage umher, kurze und dicke zumindest mehrere Stunden. Ausbau, Sanierung- und Instandsetzungsarbeiten dürfen deshalb nur von zugelassenen Fachbetrieben vorgenommen werden. Sämtliche Maßnahmen werden durch verbindliche Vorschriften geregelt (TRGS 519, Asbestrichtlinie). Verstöße werden mittlerweile als Strafdelikt behandelt.