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Pflichten von Bauherren und Eigentümern

Pflichten von Bauherren und Eigentümern

Gebäudeeigentümer und Bauherren sind verantwortlich für umweltbedingte Einflüsse, die durch Immobilien eintreten können. Dies gilt sowohl für die normale Nutzung als auch für die Durchführung baulicher Maßnahmen. In der Musterbauordnung ist zivilrechtlich geregelt, dass durch bauliche Anlagen die öffentliche Sicherheit oder Ordnung, insbesondere Leben, Gesundheit oder die natürlichen Lebensgrundlagen, nicht bedroht werden dürfen und ihrem Zweck entsprechend ohne Missstände benutzbar sind. Sie müssen so angeordnet, beschaffen und gebrauchstauglich sein, dass durch Wasser, Feuchtigkeit, pflanzliche und tierische Schädlinge sowie andere chemische, physikalische oder biologische Einflüsse keine Gefahren oder unzumutbare Belästigungen bei sachgerechtem Gebrauch entstehen. Treten in einem Gebäude nachweislich Gesundheitsbelastungen durch Schadstoffe auf, steht der Eigentümer in der Verantwortung. Er kann für den Mangel und deren Folgen haftbar gemacht werden.

Werden Bauarbeiten durchgeführt, besteht zudem eine Verantwortung für die Gesundheit von Arbeitern und eventuelle Umweltbelastungen durch auftretende Emmissionen und Baustoffentsorgung. Diese öffentlich-rechtliche Verantwortung wird nicht durch die Beauftragung eines Architekten/Baufachmanns aufgehoben. Treten z.B. bei Renovierungsarbeiten in einem älteren Gebäude Kontaminierungen durch unerkannte Schadstoffe auf, kann der Bauhandwerker seinen Auftraggeber verklagen. Werden zudem Bauabfälle wegen Unwissenheit falsch deklariert, drohen Strafen wegen Verstoss gegen das Abfallrecht.

Bauherren wird deswegen angeraten, vor Auftragsvergabe zunächst eine Schadstofferkundung durchführen zu lassen. Das Schadstoffkataster listet die relevanten Baustoffe und Fundstellen, der Maßnahmenkatalog die erforderliche Vorgehensweise auf.