staubmaske schutzklasse ffp2 fertighäuser

Schadstoffproblematik älterer Fertighäuser

Schadstoffproblematik älterer Fertighäuser

In älteren Fertighäusern können Gebäudeschadstoffe vorhanden sein. Betroffen sind überwiegend Fertighäuser / Gebäude aus den Produktionszeiträumen ab 1960 bis Ende der 1980er Jahre. Die Baustoffe enthielten die Schadstoffe Formaldehyd, Pentachlorphenol (PCP), Lindan und weitere giftige Holzschutzmittel, Polycyclische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), künstliche Mineralfasern und Asbestfasern. Bis heute befinden sich diese Problemstoffe in Wänden und Decken der Holzleichtbaukonstruktionen, in Holzverkleidungen des Innenausbaus, in Fußbodenbelägen und in deren Aufbaukonstruktionen, in Wärmedämmmaterialien von Wänden und Dachschrägen und in den äußeren Fassadenplatten. Durch Ausgasungen und Freisetzung gelangen die Schadstoffe in die Raumluft und kontaminieren den feinen Hausstaub. Über Atemwege, Haut und Augen gelangen die Gifte in den menschlichen Körper und lösen dort Allergien und Erkrankungen aus. Bereits Anfang der 1970er-Jahre wurde man auf eine mögliche Schadstoffproblematik aufmerksam, nachdem in Schulen aus Fertigbauweise Erkrankungen auftraten. Später gründeten sich Initiativen auf Grund von Schädigungen durch giftige Holzschutzmittel und erste Prozesse wurden eingeleitet. Stoffe wie Asbest und Pentachlorphenol wurden daraufhin verboten und der Anteil des Formaldehyd in Plattenwerkstoffen wurde gesenkt. Im Laufe der Jahre wurden andere Fertigungsmethoden angewendet und die schadstoffhaltigen Baustoffe mehr und mehr aus den Produktionen verbannt. Die Altlasten aus den früheren Jahren sind aber geblieben, weshalb in diesen Fertighäusern grundsätzlich von einer potentiellen Schadstoffbelastung ausgegangen werden muss. Verkäufer, Kaufinteressierte und insbesondere Bewohner sollte dies interessieren!

Die Schadstoffproblematik ist häufig an einem unangenehmen Geruch wahrnehmbar, der durch die Bildung von Chloranisolen entsteht. Hierbei handelt es sich um eine Reaktion aus Holzschutzmitteln und Feuchtigkeit, was sich im Laufe der Jahre in Ausbauplatten, Tapeten, Einrichtungen und sogar in der Kleidung einlagert. Nicht selten berichten Bewohner, dass sie von Bekannten auch außerhalb des Hauses auf die Gerüche angesprochen werden. Weitere Gebäudeschadstoffe wie Asbest, Mineralwolle und PAK´s sind zwar geruchlich nicht wahrnehmbar, werden aber bei unsachgemäßem Ausbau zu einer Gefährdung. Neben diesen gesundheitlichen Belangen sind stets auch Nachteile durch Sanierungskosten zu bedenken. Und diese können, je nach Sachlage, erhebliche Ausmaße annehmen.

Wegen der Schadstoffproblematik in älteren Fertighäusern ist eine Untersuchung anzuraten. Hierbei müssen belastete Bauteile erfasst und die Raumluft analysiert werden. Bei Raumluftmessungen müssen neben Formaldehyd auch Chloranisole bestimmt werden, das alleinige Erfassung von PCP und Lindan ist unzureichend. Eine Untersuchung kann natürlich auch ergeben, dass keine bzw. nur geringe Belastungen vorliegen. Aus zahlreichen Gutachten von älteren Fertighäusern können wir zusammenfassend feststellen, dass der Grad einer Schadstoffbelastung insbesondere durch das Gebäudealter und den Hersteller bestimmt werden. Wenige Typen weisen geringere Belastungen auf.